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Sonderausstellung Wasser und Wein

15. April um 06:00 - 9. Juli um 15:00

wasser und wein – experimentelle Glas-Entwürfe

Die Ausstellung „wasser und wein“ zeigt im Museum und Glasstudio Baruther Glashütte vom 15. April bis 9. Juli 2023 Ergebnisse des Projektes „glass – hand formed matter“. Sie reichen von Glasgefäßen, die den Wert von Wasser thematisieren, sich mit seinen ästhetischen Qualitäten auseinandersetzen und sein Fließen inszenieren über solche, die die sensorischen Aspekte des Weintrinkens untersuchen bis hin zu Prozessexperimenten mit Glas und digitalen Techniken sowie Videoinstallationen, die sich mit dem verkörperlichtem Wissen des Glasmachens und seiner Migration auseinandersetzen. Einige Objekte inszenieren „durstige Produkte“, also den Wasserfußabdruck unserer industriellen und landwirt¬schaftlichen Produktion. Filme, Materialien aus den Entwurfs- und Herstellungsprozessen sowie historische Artefakte machen die Glasherstellung erfahrbar. Die Ausstellung wird begleitet von einem umfangreichen Vermittlungsprogramm und einem Katalog. Die Projektaktivitäten werden zudem über eine Website mit Social-Media-Kanal gebündelt.

wasser und wein
Studierende mehrerer Kunsthochschulen im In- und Ausland sowie junge Designer_innen und Künstler_innen haben sich intensiv mit der manuellen Glasherstellung auseinandergsetzt und u. a. den Faktoren, die die Form von Trinkgläsern definieren: Produktions¬techniken, ästhetische Maßstäbe, kulturell geprägte Vorstellungen und die Geschmacks¬physiologie des Trinkens.

glass – hand formed matter
„wasser und wein“ ist entstanden im Rahmen des von der weißensee kunsthochschule berlin initierten und von Partnern in Deutschland, Finnland und Schweden unterstützten Projekts glass – hand formed matter. Das internationale, von Hochschulen, Glashütten und Kulturinstitutionen getragene Projekt will neue Perspektiven für die manuelle Glasher¬stellung in Deutschland und Europa ausloten. Glasmacher_innen, Künstler_innen, Desig-ner_innen und Studierende aus Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie aus Finnland und Schweden wurden miteinander vernetzt, um gemeinsam das jahrtausendealte Hand¬werk der Glasherstellung neu zu interpretieren und weiter¬zuent¬wickeln. In Ausein¬ande¬rsetzung mit analogen und digitalen Werkzeugen sowie mit aktuellen inhaltlichen Frage¬stellungen suchten sie in zahl¬reichen Work¬shops und Künstler¬residenzen an den beteiligten Glashütten nach inno¬vativen ästhetischen, funktionalen und nachhaltigen Lösungen. Dieses künstlerische Erfor¬schen neuer Möglichkeiten sowie die dabei entstandenen Objekte wurden in zwei Ausstel¬lung zusammengeführt. Eine wanderte vom Berliner Bröhan-Museumüber The Glass Factory im schwedischen Boda bis zur derzeitigen Station im Finnischen Glasmuseum Riihimäki (noch bis zum 23.04.2023). Zudem präsen¬tieren das Museum Baruther Glashütte, die Kulturstiftung des Freistaates Thüringen und die Kunststiftung Sachsen-Anhalt in Kooperation mit lokalen Akteuren die Sonderausstellung“wasser und wein“ zu Glas und Trinkkultur.

Beteiligte der Ausstellung „wasser und wein“:
Stipendiat/innen: Ingela Johansson SE, Anette Rose DE, weitere Aussteller/innen: Kirsti Taiviola FI, Studierende und Absolvent/innen der Aalto University Helsinki FI, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle DE und weißensee kunsthochschule berlin DE (Projektinitiatorin)

Die Video-Arbeit der Multimedia-Künstlerin Anette Rose, die auch in der Ausstellung wasser und wein präsentiert wird, ist eine Hommage an die Fähigkeiten von Glasmacher/innen und das implizite Wissen des Handwerks. Sie fügte ihrer Werkserie Enzyklopädie der Handhabungen ein Modul Glasmachen hinzu, in dem sie die Bewegungsabläufe bei der Entstehung eines Glasobjekts sichtbar macht, nach Vorstudien in der Glasmanufaktur Harzkristall, der Elias-Farbglashütte Lauscha und der Baruther Glashütte produziert in der Glass Factory in Boda, Schweden.

Mit der Migrationsgeschichte der sudetendeutschen Glasarbeiter und dem Einfluss ihrer Handwerkskunst auf die deutsche Glasindustrie in Sachsen-Anhalt (Glasmanufaktur Harzkristall) und Brandenburg (VEB Gablona Modeschmuck) beschäftigt sich die Schwedin Ingela Johansson in der künstlerischen Forschungsarbeit Cut out Colliers, die in Form einer Installation mit Videos und Glasobjekten gezeigt wird. Sie erzählt eine Geschichte über böhmischen Modeschmuck und traditionelle Glastechniken in Verbindung mit antifaschistischen Handwerksgenossenschaften.

Die finnische Glasdesignerin, -künstlerin und -macherin Kirsti Taiviola untersucht in ihrer Arbeit „Glassblowers‘ Setting – The Starters“ das Wesen der handwerklichen Glasherstellung und die Beziehung zwischen einer Idee und ihrer Umsetzung im Designprozess sowie die Rolle der herstellenden Handwerker:innen dabei. Zehn finnische Glasstudios haben anhand derselben Zeichnung und ohne weitere Abstimmung mit der Designerin zehn Varianten desselben Sets aus Krug, Trinkglas und Teller hergestellt, die diese Beziehung verdeutlichen.

Künstlerische Leitung und Kuratorin der Ausstellung: Barbara Schmidt, weißensee kunsthochschule berlin
Projektassistenz und Vermittlungskonzept: Julia Wolf, weißensee kunsthochschule berlin
Ein 300seitiger Katalog ist zum Preis von 28 Euro erhältlich.
Anfragen, auch bezüglich Bildmaterials und weiterer Informationen, bitte an … oder presse@kh-berlin.de bzw. barbara.schmidt@kh-berlin.de

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weitere unterstützende Organisationen: Bröhan-Museum Berlin DE, The Glass Factory Boda SE, The Finnish Glass Museum Riihimäki FI, Kunststiftung Sachsen-Anhalt Halle DE, Kulturstiftung des Freistaats Thüringen und Kunstforum Gotha DE, Museum Baruther Glashütte DE, Gerhard Bürger Stiftung DE und Glasmanufaktur Harzkristall Derenburg DE, Aalto University Helsinki FI, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle DE

Öffnungszeiten:
Di – So 10.00 – 17.00 Uhr (ebenso an Feiertagen)

Details

Beginn:
15. April um 06:00
Ende:
9. Juli um 15:00
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